04. Reisetürchen

Kiev, Ukraine – 2016

„Ich könnte euch noch einen Bunker zeigen.“, sagt der Mann, der uns eben noch von Untergrundpartys in Paris erzählt hat. Noch nie habe ich einen Reiseführer für einen ganzen Tag bezahlt, doch diesen jungen Mann möchte ich am liebsten mit Geld bewerfen um ihm seine nächsten Reisen zu ermöglichen. Mit Mitte/Ende 20 hat er sich selbständig gemacht und zeigt nun Touristen wie uns seinen alternativen Blick durch Kiev. Andere Reisende nannten seine Touren als es um unautorisierte Reisen nach Tschernobyl ging. Wir haben angefragt was er uns sonst noch zeigen könnte. Weiterlesen

03. Reisetürchen

Plymouth (England) – August 2014

1c5e457618Am Fährenticketschalter treffe ich einen Australier. Er möchte auch nach Roscoff und ich erkläre ihm den günstigsten Tarif.
Während der Fahrt tauschen wir Geschichten aus. Er hat sich in Schottland ein Fahrrad gebaut und ist nun auf dem Weg durch Europa.
Er ist Fotograf, wird England wohl vermissen und schleppt einen Stein in seinem Rucksack durch die Gegend.
„Der größte Fehler überhaupt war ihn mitzunehmen, aber jetzt erinnert er mich jeden Tag wie viel ein halbes Kilo mehr Gewicht ausmacht.“ Weiterlesen

02. Reisetürchen

Ost Japan – Januar 2015

Ich bin gerade ein Mal zwei Stunden auf japanischem Boden und sitze schon in einem Zug. Auf meinem Weg habe ich mich dazu entschlossen den Weg von Tokio nach Inawashiro mit kleinen Zügen und mehrmaligem Umsteigen anzutreten.
Es war eine ökonomisch absolut richtige Entscheidung.

japanNach dem Stolpern durch den Bahnhof in Tokio nickt man zumindest als ich Menschen mein Ticket zeige. Im richtigen Zug sitze ich schon mal, doch die Reise wird 4 bis 5 Stunden dauern und erfordert zwei Mal ein Umsteigen. Ich bin etwas nervös. Genaue Ankunftszeiten habe ich nicht. Die Frau am Ticketschalter hat zwar gutes Englisch gesprochen, doch mich nicht vorgewarnt, dass es im Zug keine Englischen Ansagen geben wird.
Von nun an ist bei jedem Zughalt ein für mich unverständliches Brabbeln zu hören. Nicht ein Mal die nächste Haltestelle kann ich erkennen. Die Stationen selbst sind nur in japanischen Schriftzeichen abgedruckt, mein Reiseverlaufsplan leider schon übersetzt.

Lediglich auf den Schildern des Bahnsteigs lässt sich die Europäische Schreibweise erkennen.
Je weiter ich mich von Tokio entferne, desto weniger Menschen in meinem Zug sprechen Englisch.
Irgendwann bin ich auf mich alleine gestellt und die Zeit des Umstiegs nähert sich. Bei jedem Halt schaue ich verzweifelt aus dem Fenster und versuche den Stationsnamen zu erkennen. Manchmal muss ich kurz Aussteigen um ein Schild zu erblicken, um dann bei einem nicht passenden Namen wieder in den Zug zu springen. Weiterlesen

01. Reisetürchen

Rabat (Marokko) – Dezember 2014

marokko„Assis, kommst du mit einkaufen?“
Es grummelt nur. Natürlich könnte ich alleine auf den Markt gehen. Ich spreche mittlerweile die Basics in Arabisch, kann Französisch und bin auch sonst in meinem Umfeld selbständig. Dass ich ohne Kopftuch durch die Straßen gehe, nur manchmal mit zum Beten komme und mein eigenes Geld verdiene ist in meinem Umfeld sehr akzeptiert. Ich kann machen was ich will, ich bin unabhängig und doch ist alles einfacher wenn Assis mit mir unterwegs ist.

Ich zahle weniger, muss weniger stark handeln und werde nicht jungen Männern vorgestellt, die auch single sind.
Auf der Straße werde ich nicht mehr nach meiner Handynummer gefragt, muss mich nicht mehr mit Touristenführern herum schlagen und mir wird nicht mehr die gesamte Zeit versucht Geld aus der Tasche zu leiern.

Ich kann mich noch so sehr versuchen zu integrieren. Erst mit marokkanischer Begleitung bin ich keine Touristin mehr.


 

24 kleine Reisegeschichten

IMG_20151005_151546313Mit der Weihnachtszeit hat auch die Adventskalender-Zeit begonnen.
Da ich diesen Blog die letzte Zeit stark schleifen lassen habe, habe ich es mir zur Aufgabe gesetzt jeden Tag bis Weihnachten einen kleinen Einblick in meine Reisen zu geben.
Die Geschichten sind manchmal kürzer, manchmal länger. Manchmal glücklich, manchmal traurig. Aber immer mit Einhorn im Arm geschrieben.

Dick-Pics: Der plötzliche Penis im Postfach

Als ich mein erstes Dick-Pic bekam war ich 16 Jahre alt.
Mittlerweile habe ich mit Anfang 20 bereits mehr als 100 Penisbilder ungefragt erhalten.

Während sich irgendwann ein Gewöhnungsprozess eingestellt hat, starrte ich damals noch erschrocken auf meinen Bildschirm und wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Mein Körper schien überfordert. In mir kamen abstoßende Gefühle auf. Das Empfinden war gefangen zwischen Ekel und Überforderung.

Die Szene wirkt sehr surreal, so alnge sie sich im Internet abspielt, aber stell dir vor, ein Mann kommt zu dir herüber und hält dir plötzlich seinen Penis ins Gesicht. Meine erster Gedanke wäre es, zuzutreten… aber wahrscheinlich würde ich auch erst mal wie angewurzelt auf der Straße stehen.
Wer ist auf diese Situation schon vorbereitet? Niemand. Schon gar nicht eine junge Teenagerin, die gerade erst ihre eigene Sexualität entdeckt und unerwartet die Sexualität eines Mannes jenseits der 40 aufgedrängt bekommt.

„Würden Männer ihr Verhalten im Internet auf offener Straße zeigen, hätten wir schon lange eine riesige öffentliche Debatte.“

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#TheWashlist – Folge 004: Mit Filmemacherin Jessica Dahlke

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Angschrieben habe ich Jessica Dahlke ursprünglich wegen ihrer Webserie PentaQuad.

Verliebt habe ich mich in die Kulisse der schleswigholsteinischen Sci-Fi-Webserie.
(Ihr könnt das Prjekt übrigens auf StartNext unterstützen 😉 )

Doch anstatt nur über das aktuelle Projekt zu reden ging es schnell um Kurzfilme, Drehbuch-Prozesse und die Filmszene Schleswig-Holsteins. Weiterlesen

TINCON 2017 – Schönes Design, gutes Programm, aber auch Kritik

IMG_20170625_122644_152Als wir das Kraftwerk in Berlin pünktlich zum TINCON Beginn betreten, ist der Raum so gut wie leer.
Es handelt sich um die teenageinternetwork convention für Jugendliche von 13-21 Jahren, mit Vorträgen, Workshops und Diskussion. Eltern sind dabei Tabu, bzw. dürfen nur Sonntags vorbeischauen. Der Rest des Wochenendes gehört den Jugendlichen ganz allein.
Nicht verwunderlich also, dass es noch so leer ist, schließlich werden Schüler in Berlin im Gegensatz zu anderen Bundesländern nicht freigestellt.
Auch die „großen Gäste“ hat man erst Samstag und Sonntag eingeplant.

Doch leider blieb die Veranstaltung überschaubar. 1000 Jugendliche kamen über drei Tage verteilt. Das sind immerhin genauso viele wie letztes Jahr und doch schaffte die TINCON 2017 in Hamburg 500 mehr in nur einem Tag.

Dabei ist diese Veranstaltung ein so wundervolles Konzept für junge Menschen, dass mich bereits letztes Jahr begeisterte.

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„Können wir kurz anhalten? Mir ist schlecht.“ – Reisen mit Reisekrankheit

„Oh gehört ihnen der Reiserucksack?“, fragt die Frau im Zugabteil freundlich und interessiert.
Ich nicke nur und hole meine Tabletten aus dem Gepäck.
„Geht es ihnen nicht gut?“, möchte sie darauf hin besorgt wissen.
„Das wird gleich wieder“, sage ich. „Ich leide nur leider sehr stark unter Reiseübelkeit.“
Die Frau beginnt zu lachen. „Also dafür sind aber ganz schön viele Länderflaggen auf ihren Rucksack genäht.“

IMG_20160325_150622816Ich muss schmunzeln.

Sitze ich länger als drei bis vier Stunden in einem Auto oder Bus muss ich mich erbrechen.
Dank der Tabletten habe ich lediglich Kopfschmerzen und schlechte Laune bei meiner Ankunft.
Alles besser, als in den Fußraum eines Autos zu Kotzen.

Vor jeder Fahrt heißt es daher: Vorbereitung. Weiterlesen

#TheWashlist – Folge 003: Von Baby-Katzen und anderen Fundtieren

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Was macht eine Wildtierhilfe?
Wann sollte ich Tiere anfassen?
Wer übernimmt die Verantwortung für Wildtiere?
Warum ist der Landkreis nicht darauf bedacht, weitere Tierheime zu bauen?
Schafft man es, Hasenbabys mit der Flasche aufzuziehen?
Kann ich das süße Wildtier behalten?

IMG_20150926_142617322Zusammen mit dieWeltenbummel sitze ich vor der Waschmaschine meines Elternhauses und spreche über ihre Erfahrungen in einer Tierfundstelle, Fundtiere, Haustiere und allgemeine Geschichten ihres Alltags.

Nicht nur Ton, sondern auch Bild