Von der Hungersnot, dem Elektrizitätsproblem & der Landwirtschaft in Nordkorea

Besucht man Nordkorea als Tourist, dann werden beim Essen keine Kosten und Mühen gespart. Jedes Menü besteht aus mehreren Gängen, welche typisch koreanisch auf kleinen Tellern nacheinander serviert werden. Zu jedem Menü gehört Reis, Suppe, Gemüse, Fisch und mindestens zwei Fleischsorten.
Von Lebensmittelknappheit ist nichts zu sehen, lediglich das Problem der oft fehlenden Elektrizität macht sich bemerkbar, da die meisten Speisen zwar gekocht, aber kalt serviert werden. Es scheint nicht möglich, Essen warm zu halten.
Ab und an fällt unter anderem in den Restaurants der Strom aus und nicht immer können Elektrogeräte an den Steckdosen des Hotels geladen werden.

IMG_9773Fährt man durch die Landschaft Nordkoreas, dann findet man keines der Tiere, die man mittags und abends auf dem Teller hat. Weiterlesen

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Vom Haarschnitt bis zum gefundenen Einhorn – Mythen aus Nordkorea

Durch die Isolation Nordkoreas ist eine objektive Berichterstattung über das Land und die dort lebenden Menschen nur schwer bis gar nicht möglich.
Kuriose Nachrichten, oft sogar selbst in nordkoreanischen Stellungnahmen verbreitet, bereiten aus europäischer Sicht beim Lesen oft nur Kopfschütteln.
Als Tourist sieht man keinesfalls die Wahrheit, wenn man durch nordkoreanische Straßen geht, dennoch habe ich versucht einigen Mythen auf den Zahn zu fühlen.

„Nordkorea führt seine eigene Zeitzone ein“

Einen Monat vor unserer Abreise erscheint die Pressemitteilung, dass Nordkorea seine Zeit um 30 Minuten zurückgestellt habe. Mein Android-Telefon zeigt dieses nicht, als ich meine Zeitzone wechsle und so fragen wir vor Ort nach der aktuellen Zeit.
Tatsächlich stimmen die Artikel. Die Nordkoreaner sehen die Umstellung als große Befreiung und einen weiteren Schritt zur Unabhängigkeit an. Eine weitere Unterdrückung von der Außenwelt wurde abgewehrt.
Wie weit die Umstellung im Vorhinein geplant war, ist jedoch fraglich. So gibt es auf unserer Rückreise auf den verschiedenen Zugtickets unterschiedliche Abfahrtszeiten, je nachdem, wann sie ausgestellt wurden.

„Frauen dürfen nicht Rad fahren“ Weiterlesen

Der Kinderpalast in Nordkorea

Ein Gebäude in welchem Kinder Nachmittags freiwillig und kostenlos Instrumente, Kalligraphie, Gymnastik, tanzen und singen lernen können, klingt nach einem Ort, den jedes Land haben sollte.

IMG_9614Die Führung durch die einzelnen Räume übernimmt ein kleines Mädchen in Schuluniform, welches uns voller Stolz und natürlich freiwillig durch die Ausstellung begleitet.
Fleißig hat sie alle wichtigen Zahlen über das Gebäude auswendig gelernt und erzählt uns, dass täglich 5.000 Kinder das 1989 erbaute Gebäude, welches aussehe wie eine Mutter, die ihr Kind umarme,besuchen würden. Schließlich seien laut Kim Il Sung „Kinder die Könige des Volkes“, wodurch der Kinderpalast auch eines der wichtigsten Bauwerke Pjöngjangs ist.
Oft und gerne werde der Palast von den großen Führern besucht. Informationen, die man wie an jedem anderen Ort auf einer roten Tafel über dem Eingang ablesen kann.
Zahlen und Angaben, die ein weiteres Mal zu schön sind, um wahr zu sein. Weiterlesen

Auf nach Nordkorea

Von der Idee bis zum Visum

Es ist ein sonniger Tag im April 2015 auf dem JugendPolitCamp, als der Gedanke der Nordkoreareise geboren wurde. Wie genau das Gespräch auf Nordkorea kam, ist im Nachgang nicht mehr festzustellen, aber Oliver und ich beschließen, uns das Land genauer anzugucken. Als wir wenig später feststellen, dass touristische Reisen tatsächlich möglich sind, schließen wir per Handschlag ein Versprechen ab: Sollten wir ein Visum bekommen, dann ziehen wir die verrückte Idee durch und reisen nach Pjöngjang.
Zu diesem Zeitpunkt haben weder wir noch andere geglaubt, dass es wirklich dazu kommen würde.

Zur Einreise bedarf es einer speziellen Reiseagentur, welche die Organisation und den Kontakt nach Pjöngjang übernimmt. Auf unserer Reise trafen wir ebenfalls Kunden von Koryo Tours, die mit ihrer Agentur sehr zufrieden waren.
Wir entschieden uns für Pjöngjang-Travel, da diese in Deutschland ansässig ist, ein sehr liebes Vorgespräch am Telefon anbietet und uns vom Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt hat, denn eine Reise nach Nordkorea ist alles andere als günstig. 2400 Euro pro Person zahlten wir für 10 Tage all-inklusive, als Zwei-Personen-Reisegruppe mit individueller Tour. Gruppenreisen mit mehreren Touristen und vorgefertigten Tagestouren gibt es bereits günstiger. Weiterlesen

Wohnen in Nordkorea

IMG_9522Jeder Mensch bekommt vom Staat eine Wohnung gestellt.
Dass dieses System in der Realität nicht funktioniert, weiß man spätestens, wenn man mit den Reiseleitern spricht.
Eine eigene Wohnung brauche der Student nicht, erzählt er uns. Er wohne bei seinen Eltern zu Hause und fahre von dort jeden Morgen zur Universität. Studenten von außerhalb haben ein Zimmer im Internat.
Erst wenn er heiratet, eine Familie gründet und einen Job hat, dann würde er auch eine Wohnung benötigen und er würde seiner Familie bitten, ihm eine zu kaufen.

Warum man eine Wohnung kaufen muss, wenn man sie doch vom Staat bekommt wollen wir wissen und er kommt ins Stocken. Verdutzt schaut er uns an und scheint zu überlegen. Wenn eine Wohnung größer sein soll, oder luxuriöser als der Standard, dann müsse man das bestimmt bezahlen, aber ganz sicher sei er sich dabei auch nicht, schließlich habe er selbst noch keine eigene. Weiterlesen

„Ein Einhorn erzählt vom Internet in Nordkorea“

26.09.2015 bei Radio Fritz

Als ob eine Frau mit Einhorn nicht schon verrückt genug wäre, waren die beiden auch noch zusammen in Nordkorea.
Was sie dort erlebt haben, wie die Nordkoreaner auf Einhörner reagieren und wie man sich das Internet vor Ort vorstellen muss, das erzähle ich Dennis Kobel in seiner Radioshow „Radio Trackback“.

Den Podcast zum Nachhören gibt es hier

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