TINCON 2017 – Schönes Design, gutes Programm, aber auch Kritik

IMG_20170625_122644_152Als wir das Kraftwerk in Berlin pünktlich zum TINCON Beginn betreten, ist der Raum so gut wie leer.
Es handelt sich um die teenageinternetwork convention für Jugendliche von 13-21 Jahren, mit Vorträgen, Workshops und Diskussion. Eltern sind dabei Tabu, bzw. dürfen nur Sonntags vorbeischauen. Der Rest des Wochenendes gehört den Jugendlichen ganz allein.
Nicht verwunderlich also, dass es noch so leer ist, schließlich werden Schüler in Berlin im Gegensatz zu anderen Bundesländern nicht freigestellt.
Auch die „großen Gäste“ hat man erst Samstag und Sonntag eingeplant.

Doch leider blieb die Veranstaltung überschaubar. 1000 Jugendliche kamen über drei Tage verteilt. Das sind immerhin genauso viele wie letztes Jahr und doch schaffte die TINCON 2017 in Hamburg 500 mehr in nur einem Tag.

Dabei ist diese Veranstaltung ein so wundervolles Konzept für junge Menschen, dass mich bereits letztes Jahr begeisterte.

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#TheWashlist – Folge 003: Von Baby-Katzen und anderen Fundtieren

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Was macht eine Wildtierhilfe?
Wann sollte ich Tiere anfassen?
Wer übernimmt die Verantwortung für Wildtiere?
Warum ist der Landkreis nicht darauf bedacht, weitere Tierheime zu bauen?
Schafft man es, Hasenbabys mit der Flasche aufzuziehen?
Kann ich das süße Wildtier behalten?

IMG_20150926_142617322Zusammen mit dieWeltenbummel sitze ich vor der Waschmaschine meines Elternhauses und spreche über ihre Erfahrungen in einer Tierfundstelle, Fundtiere, Haustiere und allgemeine Geschichten ihres Alltags.

Nicht nur Ton, sondern auch Bild


Die Radioaktivität im Nacken

In Kiew schaue ich auf mein Strahlen-Dosimeter. Leise summt es im Takt. Das Display zeigt 0.14 µSv/h.
Noch ist alles absolut normal, aber in einer paar Stunden werde ich die Sperrzone von Tschernobyl betreten.
IMG_0941Das erste Mal in meinem Leben habe ich vor einer Reise Angst. Normalerweise kann ich die Gefahren meiner Reisen abschätzen. Man darf es sich nicht mit der Regierung verscherzen, keine Gesetze brechen und sich an Sicherheitshinweise halten. Befolgt man diese simplen Regeln, so hat man häufig nichts zu befürchten.

In Nordkorea bekamen wir sogar einen Zettel mit Verhaltensregeln. Das gibt Sicherheit. Von nun an liegt es an einem selbst, in wie viel Schwierigkeiten man sich bringen möchte, oder hat einfach Pech.
Am Ende hofft man dank seiner privilegierten Staatsbürgerschaft aus seiner misslichen Situation befreit zu werden.
All diese Schäden, so schrecklich sie auch werden können, sind reparabel. Setze ich mich hingegen einmal einer zu hohen Strahlendosis aus, wird dies mein Leben auf ewig beeinflussen.

Freunde und Verwandte sind besorgt, fragen, ob ich mir schon Eizellen habe einfrieren lassen für den Fall, dass ich unfruchtbare werde, oder legen mir nahe, Jod-Tabletten zu nehmen. Das erste Mal kann ich ihre Bedenken nicht mit einfachen Sätzen wegwischen, denn ja ich habe keine Ahnung von Radioaktivität. Weiterlesen

Hiroshima und der japanische Antimilitarismus

August 2015

Während tausende Menschen auf den Straßen Tokyos gegen die geplante Verfassungsänderung protestieren, stehe ich vor dem Gästebuch des „Peace Memorial Museums“. Ein sehr gemäßigter Name für das Friedensmuseum Hiroshimas, das bis ins kleinste Detail die Folgen des Atomschlags der Amerikaner 1945 zeigt.

50Yen (ca 50ct) kostet der Eintritt. Für etwas mehr bekommt man einen Audio-Guide, der einem in vielen Sprachen das Grauen der einzelnen Ausstellungsstücke präsentiert. Nach der Hälfte schalte ich ihn aus, zu traumatisierend sind die Geschichten.

Als die Amerikaner mit der Atombombe „Little Boy“ ganz Hiroshima und auf einen Schlag 80.000 Menschen von der Landkarte löschten, explodierte nicht einmal das gesamte Material. Die geplante Katastrophe hätte schlimmer ausgehen sollen.
IMG_20150831_180233841Das Bild des Ergebnisses ist so schlimm, dass der anwesende Fotograf lediglich in der Lage war, ein einziges Foto zu schießen.
Bis heute ist es das einzige Bild, das die Stadt direkt nach dem Anschlag zeigt.
Brennende Menschen. Die Haare zerzaust, die Haut verbrannt, häufig bis zur Unkenntlichkeit. Viele Leichen können nur noch an ihren Habseligkeiten identifiziert werden. Beispielweise der Name auf der verbrannten Brotdose oder eine Halskette sind jetzt die Dinge, die den Angehörigen die traurige Nachricht übermitteln und Gewissheit schaffen. Weiterlesen

Let’s Talk About Sex … and YouTube

Wenn wir über Liebe, Beziehungen und Sex reden, dann denken die wenigsten zuerst an die Internetplattform „YouTube“. Für viele Nutzer bietet die jedoch mittlerweile Lebenshilfen aller Bereiche. Vom morgendlichen Schminken dank Make-up Tutorials bis hin zur Nachmittagsunterhaltung durch Webshows oder Let’s Play’s hat sich eine einzelne Webseite komplett in unser Leben geschlichen.

Mittlerweile kann jeder Mensch mit einer Videokamera oder sogar seinem Smartphone sein eigenes Projekt auf YouTube starten und damit seine Meinung und Gedanken publizieren. Das Internet bietet viele Möglichkeiten und schafft damit einen enormen Raum für Kreativität. Doch Plattformen wie YouTube ersetzen langsam nicht nur Unterhaltungsmedien, sondern auch Beziehungsratgeber. Weiterlesen

Die Jugend macht Kongress – Ein Einhorn auf der TINCON

Als am Freitag Mittag die TINCON (teenageinternetwork convention) öffnet, haben die meisten Berliner Schüler gerade erst Schulschluss.
Nur langsam füllt sich das Haus der Berliner Festspiele mit Jugendlichen im Alter von 13 bis 21 Jahren.
tincon-einhornbeutelRichtig voll wird es die ganzen Tage nicht werden. Die rund tausend Besucher über drei Tage verlaufen sich innerhalb der großen Fläche.
Stage 1, bei welcher es sich um die große Theaterbühne handelt, ist nie mit mehr als drei oder vier Reihen besetzt, im Garten findet man immer freie Plätze und lange Schlangen sucht man vergeblich.
All das ist keinesfalls ein Grund, die Veranstaltung als gescheitert zu sehen, ganz im Gegenteil:
Das Programm war mit großartigen Speakern bestückt, die für jeden Fan genügend Zeit für Fotos, Autogramme und häufig auch ein kleines Gespräch hatten, und alle Workshops hatten genug Kapazitäten, um jeden Teilnehmer aufzunehmen.

 

TEENAGE

Jede Veranstaltung beginnt klein, doch die #TINCON stellt trotzdem bereits ein Programm auf die Beine, von dem andere Veranstalter nur träumen können.
Coldmirror, Oguz, Fynn Kliemann und weitere YouTuber locken die Jugendlichen und ermuntern mit lustigen Geschichten zu Individualität und dazu, sich selbst auszuprobieren. Weiterlesen

Zu Besuch in Kim Jong Uns Geschenke-Wunderland

Ich blättere mich durch die alten Aufzeichnungen meines Reisetagebuchs auf der Suche nach den Gedanken und Gefühlen, die mich noch Monate beschäftigt haben.
Die nordkoreanische Freundschaftsausstellung ist dabei Sinnbild für die Selbstdarstellung eines Machthabers, der keine Menschen neben sich duldet und am besten mit den Worten „Ich kann das, also will ich es“ beschrieben werden kann.
Als wir zum Ende unserer Reise vor den meterhohen hohen Bronzetüren stehen, die den Eingang in das Geschenke-Wunderland einer Diktatoren-Familie bildet und uns erzählt wird, dass diese in einem Guss gegossen wurden, sind wir bereits abgehärtet von Bronzestatuen und Monumentalbauten aller Art. Die Tür, die locker zwei- bis dreimal so hoch ist wie ich, wird nur noch mit einem Nicken abgetan.
IMG_9881 (2)Als uns von den über 150 Räumen auf über 50.000 m², die natürlich von Menschenhand in gerade einmal drei Jahren erbaut wurden, erzählt wird, laufen nur Zahlen durch meinen Kopf. Ganz lange Zahlen. Irgendwann sind Zahlen einfach nicht mehr zu begreifen.
„Das sind mehr Quadratmeter als die Stadt Münster an sozial genutzter Fläche hat… Oder ein Drittel Saarbrückens…“, erzählt mir später ein Mitreisender und bei dem Versuch, es mir bildlich vorzustellen, muss in meinem Kopf irgendeine Sicherung durchgebrannt sein.
Seit meiner Ankunft denke ich nur noch in Fußballfeldern, doch selbst diese Relation scheint langsam an ihre Grenzen zu stoßen. Weiterlesen

Welcome Back To Capitalism – Was nach Nordkorea bleibt

Da stehen wir nun plötzlich mitten in Peking auf dem Tian’anmen-Platz, starren auf die Touristengruppen, die eifrig Fotos machen und ich fühle …nichts.

Ich bin weder begeistert noch beeindruckt von dem, was ich sehe und dabei stehen wir auf dem wahrscheinlich größten befestigten Platz der Welt.

Oh ein großer Platz… Oh ein großer Park… Oh das Tor des Himmlischen Friedens… Ist ja ganz hübsch hier…

DSC05428Die anderen Touristen können gar nicht oft genug auf den Auslöser drücken, doch für mich ist alles so klein im Gegensatz zu dem, was ich in Nordkorea gesehen habe.
Nach 60m hohen
Triumphbögen, der Freundschaftsausstellung und dem alleinigen Besuch in einem 150.000 Zuschauer Stadion ist alles plötzlich unbedeutend und klein. Fast schon normal.
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Kalter Entzug

Ich trinke keinen Alkohol, nehme keine Drogen, konsumiere nicht ein mal Cannabis und trinke kein Koffein.

Die Müdigkeit setzte bereits nach drei Tagen ein.

DSC05025Morgens klingelte der Wecker zwischen sechs und sieben Uhr, zwischen acht und neun Uhr wurde das Hotel verlassen und es begann eine aufregende Tour durch Pjöngjang, doch spätestens zum Mittag ließen meine Kräfte nach. Häufig legte ich mich mittags noch einmal eine Stunde ins Bett und das, obwohl ich keinesfalls unter Schlafmangel litt. Meistens fiel ich gegen 18 Uhr tot ins Bett und schlief die gesamte Nacht.

Das erste Mal begann ich an Tag fünf meiner Nordkoreareise zu zittern. Weiterlesen