Let’s Talk About Sex … and YouTube

Wenn wir über Liebe, Beziehungen und Sex reden, dann denken die wenigsten zuerst an die Internetplattform „YouTube“. Für viele Nutzer bietet die jedoch mittlerweile Lebenshilfen aller Bereiche. Vom morgendlichen Schminken dank Make-up Tutorials bis hin zur Nachmittagsunterhaltung durch Webshows oder Let’s Play’s hat sich eine einzelne Webseite komplett in unser Leben geschlichen.

Mittlerweile kann jeder Mensch mit einer Videokamera oder sogar seinem Smartphone sein eigenes Projekt auf YouTube starten und damit seine Meinung und Gedanken publizieren. Das Internet bietet viele Möglichkeiten und schafft damit einen enormen Raum für Kreativität. Doch Plattformen wie YouTube ersetzen langsam nicht nur Unterhaltungsmedien, sondern auch Beziehungsratgeber. Weiterlesen

Die Jugend macht Kongress – Ein Einhorn auf der TINCON

Als am Freitag Mittag die TINCON (teenageinternetwork convention) öffnet, haben die meisten Berliner Schüler gerade erst Schulschluss.
Nur langsam füllt sich das Haus der Berliner Festspiele mit Jugendlichen im Alter von 13 bis 21 Jahren.
tincon-einhornbeutelRichtig voll wird es die ganzen Tage nicht werden. Die rund tausend Besucher über drei Tage verlaufen sich innerhalb der großen Fläche.
Stage 1, bei welcher es sich um die große Theaterbühne handelt, ist nie mit mehr als drei oder vier Reihen besetzt, im Garten findet man immer freie Plätze und lange Schlangen sucht man vergeblich.
All das ist keinesfalls ein Grund, die Veranstaltung als gescheitert zu sehen, ganz im Gegenteil:
Das Programm war mit großartigen Speakern bestückt, die für jeden Fan genügend Zeit für Fotos, Autogramme und häufig auch ein kleines Gespräch hatten, und alle Workshops hatten genug Kapazitäten, um jeden Teilnehmer aufzunehmen.

 

TEENAGE

Jede Veranstaltung beginnt klein, doch die #TINCON stellt trotzdem bereits ein Programm auf die Beine, von dem andere Veranstalter nur träumen können.
Coldmirror, Oguz, Fynn Kliemann und weitere YouTuber locken die Jugendlichen und ermuntern mit lustigen Geschichten zu Individualität und dazu, sich selbst auszuprobieren. Weiterlesen

Zu Besuch in Kim Jong Uns Geschenke-Wunderland

Ich blättere mich durch die alten Aufzeichnungen meines Reisetagebuchs auf der Suche nach den Gedanken und Gefühlen, die mich noch Monate beschäftigt haben.
Die nordkoreanische Freundschaftsausstellung ist dabei Sinnbild für die Selbstdarstellung eines Machthabers, der keine Menschen neben sich duldet und am besten mit den Worten „Ich kann das, also will ich es“ beschrieben werden kann.
Als wir zum Ende unserer Reise vor den meterhohen hohen Bronzetüren stehen, die den Eingang in das Geschenke-Wunderland einer Diktatoren-Familie bildet und uns erzählt wird, dass diese in einem Guss gegossen wurden, sind wir bereits abgehärtet von Bronzestatuen und Monumentalbauten aller Art. Die Tür, die locker zwei- bis dreimal so hoch ist wie ich, wird nur noch mit einem Nicken abgetan.
IMG_9881 (2)Als uns von den über 150 Räumen auf über 50.000 m², die natürlich von Menschenhand in gerade einmal drei Jahren erbaut wurden, erzählt wird, laufen nur Zahlen durch meinen Kopf. Ganz lange Zahlen. Irgendwann sind Zahlen einfach nicht mehr zu begreifen.
„Das sind mehr Quadratmeter als die Stadt Münster an sozial genutzter Fläche hat… Oder ein Drittel Saarbrückens…“, erzählt mir später ein Mitreisender und bei dem Versuch, es mir bildlich vorzustellen, muss in meinem Kopf irgendeine Sicherung durchgebrannt sein.
Seit meiner Ankunft denke ich nur noch in Fußballfeldern, doch selbst diese Relation scheint langsam an ihre Grenzen zu stoßen. Weiterlesen

Welcome Back To Capitalism – Was nach Nordkorea bleibt

Da stehen wir nun plötzlich mitten in Peking auf dem Tian’anmen-Platz, starren auf die Touristengruppen, die eifrig Fotos machen und ich fühle …nichts.

Ich bin weder begeistert noch beeindruckt von dem, was ich sehe und dabei stehen wir auf dem wahrscheinlich größten befestigten Platz der Welt.

Oh ein großer Platz… Oh ein großer Park… Oh das Tor des Himmlischen Friedens… Ist ja ganz hübsch hier…

DSC05428Die anderen Touristen können gar nicht oft genug auf den Auslöser drücken, doch für mich ist alles so klein im Gegensatz zu dem, was ich in Nordkorea gesehen habe.
Nach 60m hohen
Triumphbögen, der Freundschaftsausstellung und dem alleinigen Besuch in einem 150.000 Zuschauer Stadion ist alles plötzlich unbedeutend und klein. Fast schon normal.
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Kalter Entzug

Ich trinke keinen Alkohol, nehme keine Drogen, konsumiere nicht ein mal Cannabis und trinke kein Koffein.

Die Müdigkeit setzte bereits nach drei Tagen ein.

DSC05025Morgens klingelte der Wecker zwischen sechs und sieben Uhr, zwischen acht und neun Uhr wurde das Hotel verlassen und es begann eine aufregende Tour durch Pjöngjang, doch spätestens zum Mittag ließen meine Kräfte nach. Häufig legte ich mich mittags noch einmal eine Stunde ins Bett und das, obwohl ich keinesfalls unter Schlafmangel litt. Meistens fiel ich gegen 18 Uhr tot ins Bett und schlief die gesamte Nacht.

Das erste Mal begann ich an Tag fünf meiner Nordkoreareise zu zittern. Weiterlesen

Die Frau im fremden Land – Ein Beitrag über das Reisen allein

Ich reise jetzt einmal allein um die Welt. Mal sehen wie weit ich komme.

So oder so ähnlich waren meine Gedanken, als ich jung und naiv mein erstes Flugticket nach England gebucht hatte.

Willst du das wirklich machen? Bist du ohne Organisation abgesichert? Warum alleine? Als Frau?!

11 Länder, 3 Kontinente und 1,5 Jahre später waren viele Bedenken meines Umfeldes berechtigt, doch es ist lange nicht so schlimm, wie viele Menschen vermuten.

Allein Reisen

IMG_7909Allein mit meinem Rucksack zu reisen hat für mich etwas entspanntes aber auch einsames. Wann immer ich an einen neuen Ort komme, kenne ich keine einzige Person, manchmal spreche ich nicht einmal die Sprache und häufig bin ich mit völlig neuen Kulturen konfrontiert, in denen ich mich erst zurechtfinden muss.

Das Ankommen an einem neuen Ort ist häufig nicht einfach und für mich jedes Mal eine deutliche Tiefphase der Reise. Das Alleinsein zwingt mich jedoch auch, auf neue Menschen zuzugehen, mich nicht bereits mit bekannten Menschen zu umgeben, sondern über meinen Horizont hinauszuwachsen und mich bewusst auf fremde Kontakte einzulassen. Weiterlesen

Andere Länder, andere Müllsysteme – Japan das Land des Plastikmülls

Ich kaufe in einem japanischen Supermarkt einen Schokoriegel und unter einer Verbeugung wird er mir in eine weiße Plastiktüte eingepackt.
Eine neue Plastiktüte für einen Schokoriegel.

IMG_8554Ganz egal, welchen einzelnen Gegenstand man kauft, in Plastik wird er immer eingepackt, selbst wenn man direkt daneben seinen Rucksack öffnet, oder die Stofftasche schon in der Hand hält. Ein Kopfschütteln meinerseits, sowie ein ‚Ii desu.‘ (Ist schon gut) sind meine ersten angelernten Wörter im Supermarkt, noch vor ‚Sumimasen xy arimasu ka?‚ (Entschuldigung, haben Sie xy) und ‚ijou desu‚ (Das ist alles).
Die Verkäufer gucken dann meist irritiert, aber es lässt sich schwer sagen ob das daran liegt, dass ich gegen die Plastiktüten-Konvention verstoße oder mein grottenschlechtes Japanisch einfach schwer verstanden wird.

Nicht nur die Plastiktasche zum Transport ist eine reine Verschwendung, sondern auch häufig die Verpackung des Produktes an sich. Nicht selten ist jeder kleine Keks in der Keksverpackung noch einmal extra verpackt. Was wir nur aus speziellen „Familien-“ oder „To Go“ Verpackungen kennen, erlebe ich beim Öffnen jeder zweiten Tüte.

Noch nie hat sich bei mir so schnell Plastikmüll angesammelt wie in meiner Zeit in Tokio. Tüten, Verpackungen, aber vor allem Plastikflaschen lassen das Müllvolumen explodieren.

Mit viel Müll kommt auch viel Mülltrennung. Dabei ist dieses wie viele andere Regeln in Japan unglaublich streng. Es trennt sich in brennbar oder nicht brennbar. Dabei wird jedoch Papier häufig extra entsorgt und häufig gelten Extrabestimmungen. So muss zum Beispiel der Deckel einer Plastikflasche im Restmüll entsorgt werden und jene vor der Entsorgung von der Folie mit Aufdruck getrennt werden. Sieht die Müllabfuhr ein Vergehen kann es sein das der Müllbeutel nicht abgeholt wird. (ein schöner Blogeintrag dazu: „Brennbar oder nicht brennbar, das ist hier die Frage – Mülltrennung in Japan“) Weiterlesen

„Mein Freund der Führer“ – Ein Blick in das Bildungssystem Nordkoreas

Bildung ist in Deutschland ein hoch anerkanntes Gut. Es soll das selbständige Denken fördern, unsere anerkannten Werte vermitteln und so die Demokratie festigen.

Als wir mit den Planungen unserer Nordkoreareise begannen, wollten wir vor allem einen Einblick in das Bildungssystem erhalten. Uns war bewusst, dass dieses kompliziert werden würde.

Bereits im Vorfeld sprach ich viel mit der Reiseagentur, welche Optionen möglich waren und ob es möglich ist, mit Schülern und Lehrern in Kontakt zu kommen. Versprechen wurden uns keine gemacht, wir wurden lediglich über bestehende Möglichkeiten informiert, welche von unserem Benehmen vor Ort sowie anderen Faktoren und Glück abhängig sind.

DSC04340Nordkoreaner erzählen gerne von ihrem Bildungssystem, das flächendeckend sein soll. Kindergärten und Grundschulen gäbe es überall, Mütter könnten sofort wieder in den Beruf einsteigen, denn die Versorgung des Kindes sei vom Staat gedeckt. Internationale Wettbewerbe sind bereits von nordkoreanischen Kindern gewonnen worden, es gäbe eine Begabtenförderung und über das gesamte Land verteilt gäbe es Universitäten, welche man mit den richtigen Schulnoten besuchen könne. Weiterlesen