22. Reisetürchen

Normandie (Frankreich) – Oktober 2014

Als man mir einen „Ferienjob“ mit Hundebabys in Nordfrankreich angeboten wurde hatte ich noch keine Ahnung wie hart die Arbeit werden würde.
Eine Woche später stehe ich zwischen 9 Spinone Italiano Welpen und ihrer Mutter.

Mama und Papa sind Champions. Jedes dieser kleinen Babys wird für 900 bis 2000 Euro über den Tisch gehen.
Meine Aufgabe ist es die Kleinen von der Fünften bis zur Neunten Woche ihres Lebens zu Betreuen und Beschützen.
Der von mir vermutete „leichte Job“, sollte zum Ende unendlich viele Schnürsenkel, zwei Hosen, ein Paar Schuhe und einen Schal gekostet haben.
Ein Monat voller Chaos, Zerstörung, frecher Hündchen und meinem Klickzahlen-Aufstieg bei Vine.

Mein Lieblingshündchen hörte auf den Rufnahmen ‚Bongster‚ und war eines der tollpatschigen, aber ruhigen Welpen. Mittags und Abends schlief er gerne auf meinem Schoß ein und morgens hat er mich lange schlafen lassen. Doch er und ich hatten noch eine sehr große Gemeinsamkeit: Wir leiden beide an Reiseübelkeit.
Auf dem Weg zum Tierarzt konnte er nicht zusammen mit seinen Geschwistern im Kofferraum mit fahren, da sich der kleine Kerl alle 10 Minuten erbrechen musste und so nahm er jede Fahrt auf meinem Schoß platz. Ich war mit einem Eimer, Küchenrolle und Feuchttüchern ausgestattet und sehr glücklich dass es nur 30min Fahrt zum Tierarzt waren.
Danach erholte er sich im Wartezimmer auf meinem Schoß und kuschelte sich ein, ehe die Prozedur noch ein Mal für die Rückfahrt durchlaufen werden musste.

Er und ich waren ein Traumhaftes Team und für einen Moment habe ich tatsächlich überlegt gemeinsam mit ihm weiter zu reisen, aber daraus wurde nicht viel. Das süße Kerlchen wurde für 1800 Euro in die Schweiz verkauft, abgeholt und in sein neues Zuhause gebracht ausgerechnet mit dem Auto.


 

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