24. Reisetürchen

CCH (Deutschland) – Dezember 2014

In Marokko hätte man mich gerne noch länger behalten, doch mein Flug verlässt Nordafrika pünktlich zu Weihnachten.

Auch wenn ich kurz bei meiner Familie in Hamburg vorbei schaue, so ist mein Ziel doch in Wirklichkeit der Chaos Communication Congress.
Eigentlich ist das auch nur ein Familientreffen. Das Treffen einer sehr großen Familie. Meiner Lieblingsfamilie.
Viele Freunde und Gesichter aus Deutschland und der Welt sehe ich endlich wieder und auch wenn man danach wieder in alle Richtungen verschwindet, so freut man sich schon auf nächste Weihnachten, wenn man anstatt Geschenke auszupacken wieder LEDs zusammenbaut, 3D Modelle druckt, oder auf einen Tee und Kaffee zusammen sitzt.

Dieses Mal ist für mich der Besuch umso wichtiger. Über ein halbes Jahr war ich nicht mehr wirklich in Deutschland und freue mich daher umso mehr endlich meine Freunde wieder zu sehen.
Den Reiserucksack muss ich nicht mal auspacken, sondern nur am Flughafen über die Schulter werfen und auf dem Kongressgelände wieder absetzen.

Hi Unicorn, schön dich zu sehen! Kannst du eben mal im LOC anfragen, ob wir noch XY haben?“ Es scheint als sei ich nie weg gewesen.

Der Kongress selbst ist dabei wie ein eigenes Land, nein sogar eine eigene Welt in sich. Mit seinen eigenen Versorgungssystemen, seinen eigenen Regeln und seiner eigenen Philosophie.
Es ist als würde man ein Cyberpunk-Science-Fiction-Hacker-Traumland für ein paar Tage betreten.
Ich bin immer noch marokkanische 20 Grad gewöhnt, doch brauche ich kaum einen Pulli, denn von den deutschen Temperaturen und dem Schneefall bekomme ich im Gebäude selbst kaum etwas mit. Man muss das Gelände nicht wirklich lange verlassen und immer wenn ich es tue, um zum Beispiel ein paar Stunden Schlaf zu tanken, fühle ich mich als würde ich etwas verpassen.
Es ist die unendliche Kombination aus Möglichkeiten neues Wissen aufzunehmen und mich in so vielen Bereichen zu bilden, während ich neben bei die herzlichsten Menschen kennenlerne und wiedersehe. Ich verbringe von morgens bis Abends Zeit mit den untschiedlichsten Personen und möchte keines der Freundschaften missen, obwohl sie doch manchmal recht lose sind.

Manchmal werde ich gefragt wie lange ich unterwegs war, oder nicht in Deutschland gewesen bin und obwohl ich für über eine ganze Woche in Hamburg war, fühlt es sich an als sei ich nie wirklich auf deutschem Boden gewesen. Noch immer werte ich dieses nach Hause kommen nicht als Unterbrechung meiner Reise. Im Gegenteil: Sie wurde um ein kleines Chaos Computer Land erweitert.

Frohe Weihnachten.


 

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