Bogota in 17 Bildern

Ich bin allgemein nicht für Unmengen an Urlaubsfotos bekannt, doch noch nie habe ich so wenig Bilder wie in der ersten Zeit in Kolumbien gemacht.
Jede:r meiner Mitreisenden hatte eine Kamera, war professionelle:r Fotograf:in, oder andersweitig daran interessiert alles festzuhalten. So machte ich zwar vereinzelt Urlaubsbilder, lichtete das Einhorn ab, oder stahl die Kamera der Fotografierenden um auch diese festzuhalten 😉 ,hielt mich aber ansonsten zurück. Am Ende werden die Anderen schon genug Bilder gemacht habe, die ich in mein Album kleben kann. Meine eigene (Digital)Kamera habe ich auf dieser Reise mit Absicht nicht Zuhause gelassen.

Immer mal wieder drückte mir der Freund seine zweite Kamera in die Hand und auch ich machte vereinzelt Schnappschüsse, doch meine Freude daran erwachte erst in Bogota wo ich des öfteren Fotomotive für mich entdeckte.

Ich werde wahrscheinlich keine große Fotografin und mir auch keine professionelle Kamera kaufen, doch ich freue mich etwas dieses Blog nun auch mal mit kleinen Foto-Geschichten zu befüllen. 🙂


„Der kleine Fotoladen“

Der fotografische Teil meiner Reise beginnt in einem kleinen Analog-Kamera-Laden, als ich das erste Mal auf eine Gruppe einheimischer Fotografen treffe.
Der Ladeninhaber (links im Bild) macht noch alles selbst, man trinkt Kaffee und tauscht sich über Kamera-Objektive aus. Für mich ein einziges Durcheinander von dem ich kein Wort verstehe, aber eine Umgebung in dem es wirklich niemanden stört wenn man öfter auf den Auslöser drückt.
Ein kleines Polaroid am Tresen zeigt den aktuellen Ladeninhaber mit 14 Jahren, als er vor seiner ersten Verkaufswand voller Fotoartikel steht.

„Die kleine Kamera“

„Das ist aber eine süße Kamera!“, erfreue ich mich, als wir erneut im Fotoladen einkehren. Ich bin fasziniert davon wie klein man Technik verbauen kann. „Leider wird der Film dazu nicht mehr produziert.“, sagt der junge Mann, während er mir erklärt wie sie funktioniert und ich selber durchschauen darf.

„Die alte Kamera“

Der Mann auf dem Bild besitzt eine Kamera, bei der man von oben hinein blickt. In diesem Moment betrachtet er weitere alte Kameratechnik und fachsimpelt mit den älteren Herren im Fotoladen. Ich muss zugeben fasziniert davon zu sein, wie sehr andere Menschen in diesem Hobby aufgehen können.

“Als ich den Laden damals das erste Mal betrat und eine Digitalkamera trug würde ich fast wieder hinaus geworfen!“, erzählt ein Amerikaner lachend.

„Film“

Als ich klein war hat man auch noch mit Film fotografiert. Ich erinnere mich mit meiner Mama Filme in einem Drogeriemarkt abgegeben zu haben und dann ein paar Tage später durch ganz viel Verpackungen von Bildern zu schauen.
Heutztage fällt es mir schwer sich vorzustellen die eigenen Bilder nicht sofort zu haben. Auch jetzt kann ich die ganze Zeit bereits auf dem Display der Kamera mein Motiv betrachten und in dieses habe ich mich schon auf genau diesem kleinen Display Format verliebt. Es ist eines meiner Lieblingsbilder der gesamten Reihe.


„Straßen Fotografie“

Während ich mit Streetfotografen durch die Straßen spaziere und mein Freund mir ab und an Einstellungen erklärt, versuche ich zu verstehen warum man so etwas machen sollte. Fremde Leute fotografieren.

Es ist mir unangenehm Menschen direkt oder im Mittelpunkt abzulichten. Ich selbst bin bei mir immer auf Privatsphäre bedacht und würde es unhöflich finden wenn man mich nicht vorher um mein Einverständnis bittet.

“Fußball“

Erst nach und nach schaffe ich es Bedenken abzulegen und möchte nicht mehr nach jedem Bild zu den einzelnen Menschen laufen und fragen ob es für sie okay war sie zu fotografieren. Ich weiß immer noch nicht ob das nun eine gute oder schlechte neue Eigenschaft ist.

Die Kamera selbst war (zumindest auf dem Display) schwarz weiß eingestellt und auch wenn ich im Nachhinein die Bilder in Farbe von der Kamera erhalten habe, so habe ich sie häufiger wieder zurück in den schwarz-weißen Modus editiert. Es scheint mir passender die Bilder in die Form zu setzen, wie ich sie durch die Kamera gesehen habe. Oder aber in schwarz-weiß ist einfach alles hübscher. 😉

“Hochkant“

Ich bin erstaunt wie viele Hochkant-Bilder ich doch schieße. Ich fühle mich mit ihnen wohler, weil ich das Gefühl habe besser kontrollieren und überblicken zu können was auf meinem Bild passiert. Aber vielleicht ist das auch nur ein Anfänger-Gefühl und verschwindet mit der Zeit.

“Der Moment in dem man abdrückt“

Ich liebe es wie Bilder einen spezifischen Augenblick zeigen und Ich muss Schmunzeln wenn mich der einzelne Augenblicke im Nachhinein noch überraschen können. Eigentlich hatte ich die Absicht eine Reihe von Schuhputzern an der Straße zu fotografieren und erst beim späteren Betrachten fällt mir auf, dass ich dabei anscheinend einen schläfrigen Moment erwischt habe 😉

“Licht“

„Warte auf den Scheinwerfer der einzelnen Autos.“, flüstert mir der Freund zu als ich versuche ein Bild im Dunkeln zu machen.

„Poems for sale“

Manchmal sind die eigenen Lieblinsgsbilder nicht die mit der höchsten Qualität. Auch wenn ich hier mit dem manuellen Objektiv nicht gut gearbeitet habe, ist das Bild eines meiner Lieblingsbilder, einfach nur des Motives wegen.

„Flohmarkt Kameras“

Den Abschluss des Straßen-Fotografie-Abschnitts macht ein Bild vom wahrscheinlich coolsten Flohmarkt auf dem es zwischen alter Militärausrüstung, Schmuck und Möbeln auch alte Kameras zu kaufen gibt.


„Bogota“

Die „Stadt mit allen Jahreszeiten an einem Tag“ (Hier im Bild: Sommer) zeigt sich in so vielen unterschiedlichen Facetten. Zwischen Hochhäusern und kleinen Wellblech-Hütten entdeckt man spannende Straßen und Läden so lange man in den sicheren Vierteln bleibt.

“Der Platz der vier Mächte“

„Wir stehen auf dem Platz, auf dem sich alle Mächte Kolumbiens versammeln: Die Judikative, Legislative, Exikutive und die Katholische Kirche.“ Der Politik-Student zum Plaza de Bolivar de Bogota.

“Herz“

Überall in der Stadt findet man Skulpturen, Graffti und Wandmalerei. Vor allem die Grafitti-Szene sei in den letzten Jahren entstanden. Ich bin schon fasziniert dass Palmen in einer Stadt wachsen, doch die Grafitti und Kunst der Stadt hat bei mir einen bleibenden, wundervollen Eindruck hinterlassen.

“Amen“

Es ist Ascher-Mittwoch als wir durch die Straßen ziehen und Menschen mit schwarzen Kreuzen auf der Stirn passieren. Der Ausdruck des Katholischen Glaubens ist keine Seltenheit. Wann immer ich meinen Kopf erhebe blicke ich auf Maria, Jesus, oder ein Kloser. Als wir den Berg hinauf in ein Kloster gehen hat ein Mann seine eigene Maria-Statue eingewickelt dabei und lässt sie die Aussicht bestaunen.

“Die gute und die schlechte Seite der Stadt“

„Nein nein, das ist keine gute Straße.“, sagt der Street-Fotograf. „Auch als Einheimischer geht man dort nicht mit teurer Kamera hin.“
Es ist für mich als Deutsche faszinierend zu sehen wie sichere und unsichere Zonen zum Teil nur einen Meter auseinander liegen. Man merkt wenn man falsch abgebogen ist. „Verlasst einfach den orange hinterlegten Teil auf Google Maps nicht.“ wird uns an die Hand gegeben. Erst als wir vom Berg hinunter auf die riesige Metropole schauen fällt auf was für ein winzigen Bruchteil der Stadt auf unserer sicheren Erkundungstour liegt.

„Metropole“

Man merkt in der gesamten Stadt das rasante Wachstum und die schlechte Luft, kann den Smog in den Pfützen sehen und den Straßenlärm durch alle Fenster hören. Zu unterschiedlichen Uhrzeiten dürfen unterschiedliche Autokennzeichen fahren und Menschen verbringen ihre Freizeit auf den Straßen.
Ich Ende mit einem Bild aus der Tageszeit „Herbst“, dass tatsächlich an unserem letzten Abend entstanden ist.

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